
21. Juni 1941:
Beginn des Vernichtungskriegs gegen die Sowjetunion
UMDEUTUNG DER GESCHICHTE (NICHT NUR)
IN ZEITEN DES UKRAINE-KRIEGES
Am 21. Juni 1941 begann mit dem Uberfall der deutschen Wehrmacht der Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Ihm fielen 27 Millionen Zivilisten und Soldaten in der SU zum Opfer. Die historische Wahrheit ist: Ohne den militärischen Sieg der Roten Armee über die Wehrmacht hatte der deutsche Faschismus nicht besiegt werden können. Daran will man in der herrschenden Politik in Deutschland und der EU aber heute nicht mehr erinnert werden. Im Zeichen des Ukrainekrieges hat sich ein, bereits vorher vorhande-ner, Geschichtsrevisionismus verschärft, der in Russland und der Sowjetunion nur den ewigen Aggressor sieht. Gleichzeitig dient diese Umdeutung der Geschichte nicht nur dazu, ein altes Feindbild neu zu beleben, sondern auch die Aufrüstung und Militarisierung gegen einen angeblich drohenden Angriff Russlands auf die EU und NATO zu legitimieren.
Wir wollen in unserer Veranstaltungsreihe verschiedene Dimensionen des neuen Geschichtsrevisionismus beleuchten.
MITTWOCH, 10. JUNI 2026 – 19 UHR
Geschichtsrevisionismus in der BRD und EU nach 1990
VON DER ANTIFASCHISTISCHEN KOALITION ZUR TOTALITARISMUS-THEORETISCHEN UMDEUTUNG DES ZWEITEN WELTKRIEGES
Mit: Dagmar Lücke, Ulrich Wolf (Projekt moderner Sozialismus Hannover e.V.) Ort: Freizeitheim Linden (Hannover) • Raum U5
Zum 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs verabschiedete das Parlament der Europäischen Union (EU) am
19. September 2019 eine „Entschließung zur Bedeutung des europäischen Geschichtsbewusstseins für die Zukunft Europas.“ Es erklärt, „dass der Zweite Weltkrieg, der verheerendste Krieg in der Geschichte Europas, als unmittelbare Folge des auch als „Hitler-Stalin-Pakt“ bezeichneten berüchtigten Nichtangriffsvertrags zwischen dem nationalsozialistischen Deutschen Reich und der Sowjetunion vom 23. August 1939 und seiner geheimen Zusatzprotokolle ausbrach, in deren Rahmen die beiden gleichermaßen das Ziel der Welt-eroberung verfolgenden totalitären Regime Europa in zwei Einflussbereiche aufteilten.“ Die BILD-Zeitung war schon 2009 noch deutlicher: „Der Zweite Weltkrieg begann in Wirklichkeit schon an jenem 23. August 1939. Die Millionen Morde wurden möglich und ebenso die Riesen-zahlen der Gefallenen und der zivilen Toten auf allen Seiten.“
Schwerpunkt der Veranstaltung soll die Analyse der Umdeutung der Geschichte sein, die sich in Deutschland nach 1990 schrittweise in diesem Geist vollzogen hat.
DONNERSTAG, 18. JUNI 2026 – 19 UHR
UMDEUTUNG DER GESCHICHTE IM UMFELD DES UKRAINE-KRIEGS
Mit: Susann Witt-Stahl
(Buchautorin und Journalistin)
Ort: Freizeitheim Linden (Hannover) • Saal 18
Faschistische Organisationen, die im Zweiten Weltkrieg mit Nazi-Deutschland kollaborierten und am Holocaust beteiligt waren, werden heute in der Ukraine als „Wider-standskämpfer“ verklärt. Dies fördert seit dem Maidan 2014 die zunehmende Durchsetzung extrem rechter Positionen in der ukrainischen Politik und Gesellschaft. Dazu gehören der Ausbau und Machtzuwachs neonazistischer Verbände in den regulären Streitkräften. Diese Entwicklungen werden in westlichen Staaten aus imperialem Eigeninteresse ignoriert und insbesondere durch deutsche Waffenlieferungen, Verzahnung mit dem ukrainischen militärisch-industriellen Komplex, politische und ideologische Schützenhilfe vorangetrieben.
DONNERSTAG, 25. JUNI 2026 – 19 UHR
Die Bundeswehr in Litauen und die Region Hannover
„VERGESSENE“ MILITÄR-GESCHICHTE UND DER DRITTE WELTKRIEG
Mit: Hubert Brieden
(Arbeitskreis Regionalgeschichte e.V.)
Ort: Freizeitheim Linden (Hannover) • Raum U5
Bundeswehr-Kampftruppen werden dauerhaft in Litauen nahe der so genannten Suwalki-Lücke stationiert, der engsten Landverbindung zwischen Weißrussland und der russischen Enklave Kaliningrad. Die Wahrscheinlichkeit für den Beginn eines Krieges zwischen der Nato und Russland ist hier am größten. Auch Soldaten vom Panzer-grenadier-Bataillon 33 aus Neustadt-Luttmersen (Region Hannover) sind dabei. Es ist nicht das erste Mal, dass deutsche Soldaten in Litauen aktiv sind. Doch über die Geschichte wird kaum gesprochen: Die Wehrmacht vernichtete in Kooperation mit einheimischen Helfern die jüdische Bevölkerung.
Im Vortrag werden die aktuellen Kriegsvorbereitungen in Litauen und der Region Hannover und die Ereignisse während des Zweiten Weltkrieges beschrieben.